Hallo,
meine Tochter hatte schon immer Schwierigkeiten Anschluss zu finden. Eine Zeitlang lief es jetzt in ihrer "Freundesgruppe" ganz gut, aber da jetzt eine Freundin Stress mit der Gruppe hat, wird meine Tochter von der Gruppe komplett ausgeschlossen (diese Freundin hatte sie mit in die Gruppe gebracht). Allerdings fragt auch diese eine Freundin selten nach, ob man sich mal treffen soll, erzählt meiner Tochter dann aber, dass sie unterwegs war mit anderen und wen sie so getroffen hat, aber nachgefragt ob meine Tochter mitkommen möchte, tut sie auch eher selten. Allerdings möchte sie dies auch nicht ansprechen.
Sie hat recht viele Bekannte, mit denen sie sich auch gut versteht, aber eine tiefere Freundschaft schafft sie irgendwie nicht aufzubauen. Wir sind beide recht introvertiert und brauchen auch viel Ruhe, aber ab und zu ist es doch schön, jemanden zu haben.
Hobbys hat sie so keine, sie war nie der Vereinsmensch mit regelmäßigen "Zwangsterminen". Ihre Interessen stimmen auch oft nicht überein, mit denen ihrer "Freunde".
Auch in ihrer Ausbildungsgruppe hat sie keinen Anschluss gefunden und ist eher nebenher dabei, während alle anderen gut miteinander auskommen und zusammen sogar ihre Freizeit verbringen.
Dazu hat sie in den letzten Monaten rund 10kg zugenommen (wird jetzt ärztlich abgeklärt, ihr Arzt war leider selber lange krank) und konnte keinen Sport machen, bzw. wenige Unternehmungen wegen Schmerzen am Zeh (ist mittlerweile behoben).
All das stresst sie natürlich und so fällt sie häufig in ein Loch, weil sie sich fett und alleine fühlt (wie sie sagt). Ich versuche sie aufzufangen, aber so langsam geht mir das auch an die Substanz, so dass ich schon 10 kg abgenommen habe.
Sie ist gerade rundherum unglücklich, wenn ich ihr allerdings vorschlage, mal zu einem Therapeuten zu gehen, meint sie, dazu hätte sie keine Zeit, weil sie ja in der Ausbildung ist und es immer schlecht ist, nach Feierabend Termine zu bekommen. Ihre Ausbildung will sie durchziehen, weil sie bereits eine Ausbildung abgebrochen hat. Allerdings weiß sie jetzt schon, das sie das nicht auf Dauer machen möchte (Kauffrau für Büromanagement). Aber Alternativen fallen ihr auch keine ein.
Es ist also in jedem Bereich grad schwierig!
Ich selber habe mich jetzt privat um einen Therapeuten für mich gekümmert, aber vielleicht kann mir hier ja jemand Tipps geben, wie ich ihr aus ihrem Loch heraushelfen kann.
Guten Abend Pebbles,
vielen Dank für Ihre Nachricht und gleichzeitig ein herzliches Willkommen hier bei uns im Elternforum.
Das kann ich mir gut vorstellen, dass Sie sich um das Wohl Ihrer Tochter Sorgen. Ich frage mich, wessen Leidensdruck größer ist, Ihrer oder der Ihrer Tochter. Das lässt sich wahrscheinlich gar nicht so leicht beantworten.
Nun haben Sie ja bereits eine Unterstützungsmöglichkeit aufgetan, indem Sie einen Therapeutentermin organisiert haben.
Für Sie als Mama ist das ein wenig wie im Nebel rumstochern, in der Hoffnung vielleicht fündig zu werden, wie Sie sie unterstützen können. Doch Sie sind ja die Mama und kein Therapeut und haben ja schon genau das richtige veranlasst. Nun ist Ihre Tochter an der Reihe, auch ein solches Angebot anzunehmen.
Was möchte denn Ihre Tochter? Hat Sie da etwas geäußert? Was erwartet Sie von Ihnen? Da sind so viele Fragen offen für mich. Und, möchte Ihre Tochter überhaupt Hilfe?
Wäre es eine Idee, dass Sie sich mal in einem guten Moment mit Ihrer Tochter zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was Möglichkeiten oder Ziele sein könnten? Die Mitwirkung Ihrer Tochter ist da schon sehr wichtig, damit sie ihre Bedürfnisse formulieren kann und schließlich eine Unterstützungsmöglichkeit finden kann, die für sie wirklich hilfreich ist.
Hoffentlich habe ich zu Ihrer Frage ein wenigstens ein winzigen Beitrag leisten können.
Eine schönen Abend wüsche ich Ihnen beide
bke-Nana Berg